Allgemein | 24. März 2026

Zwei Fischotter-Totfunde im Osnabrücker Land

Nachdem im Osnabrücker Land südlich des Mittellandkanals über fünf Jahre kein positiver Fischotter-Nachweis verzeichnet wurde, wurden in diesem Winter gleich zwei Funde gemeldet. Leider handelt es sich in beiden Fällen um Totfunde.

An der A1 bei Engter kam ein männlicher Fischotter durch eine Kollision mit einem Fahrzeug ums Leben. Wenige Kilometer entfernt wurde an der A33 bei Wellendorf ein weiteres Tier, dieses Mal ein weibliches, tot aufgefunden.

Nach aktueller Einschätzung stammen beide Tiere vermutlich aus derselben Wanderbewegung. Es wird angenommen, dass sie, von Osten kommend entlang der Hase in Richtung Südkreis gewandert sind. Denn die Hase ist im städtischen Raum Osnabrücks für Fischotter nicht durchgängig, sodass Fischotter auf dem Weg von Ost nach West die Stadt großräumig umgehen müssen. Der Rüde wurde unmittelbar nach der Querung des Mittellandkanals überfahren. Das Weibchen verunglückte an der A33 in der Nähe der Quelle der Düte. Die Düte mündet nach rund 35 Kilometern in die Hase, sodass davon auszugehen ist, dass das Weibchen diesem Gewässerlauf gefolgt war und bereits über 40 Kilometer zurückgelegt hatte, bevor die Wanderung endete.

Die Funde belegen, dass die Region weiterhin als Durchgangshabitat genutzt wird. In solchen Verbindungsräumen, in denen Fischotter größere Distanzen zwischen Kernlebensräumen auch über Land zurücklegen, können stark befahrene Verkehrsachsen zu erheblichen Barrieren werden und die Ausbreitung der Art beeinträchtigen.

Dies unterstreicht die Bedeutung gezielter Maßnahmen, um Wanderbewegungen entlang der Gewässer möglichst störungsarm zu ermöglichen, etwa durch die Anlage von Bermen, wie sie im Januar 2026 an der Hunte in Hunteburg fertiggestellt wurden. Insbesondere Unterführungen im Bereich von Brücken sind für eine sichere Passage essenziell und tragen dazu bei, weitere Straßentode zu vermeiden. Die aktuellen Fundorte liefern wichtige Hinweise für die räumliche Schwerpunktsetzung dieser Maßnahmen.